Two years of flying…

June 6, 2017

Im November war es genau zwei Jahre her, dass ich das erste mal in meine Uniform geschlüpft bin, weil Lufthansa mich dann zwei Jahre lang um die Welt schicken sollte. So habe ich es mir vorgenommen. 

Zwei Jahre fliegen, neue Kulturen kennen lernen, die Welt sehen und dann brav zurück ins Eventmanagement. Schliesslich habe ich ja nicht umsonst studiert. Ich erinnere mich noch daran als sei es gestern gewesen. 

Für mich war die “Welt einer Stewardess” immer unglaublich faszinierend. Heute noch in Frankfurt, morgen in NYC und nächste Woche vielleicht schon in Hongkong. Ich habe mich zwar inzwischen an meinen Arbeitsplatz über den Wolken gewöhnt und auch daran kaum zu Hause, und doch überall auf der Welt zu Hause zu sein. Dennoch gibt es manchmal Momente in denen selbst ich mein Leben verrückt finde. Momente in denen man sich mit Kollegen unterhält wie die jeweiligen Dienstpläne so aussehen. Momente in denen man sich darüber beschwert anstelle von Los Angeles nach Peking fliegen zu müssen zum Beispiel.

(Layover in Almaty, Kazakhstan - 2014)

 

Die Ausbildung zur Flugbegleiterin dauert knapp 12 Wochen. In den 12 Wochen durchläuft man verschiedene Stationen, bei denen man immer wieder Prüfungen bestehen muss. Dabei stehen die Sicherheitsschulungen an erster Stelle. Erst wenn man diese erfolgreich absolviert hat, werden servicerelevante Dinge geschult. Am Ende der Schulung wird man auf 3 Einweisungsflüge geschickt. Mein erster Einweisungsflug ging nach Malabo, Äquatorialguinea. Man war ich aufgeregt. So aufgeregt, dass ich die Nacht davor kaum ein Auge zumachen konnte.

(Layover in Bogota, Columbia - 2015)

 

Seit dem sind nun wie gesagt fast zwei Jahre vergangen und ich habe durch meinen Beruf als Flugbegleiterin schon wirklich viel von der Welt sehen und noch viel mehr erleben dürfen. Und ich liebe meinen Beruf inzwischen so sehr, dass ich mir gerade im Moment nichts anderes mehr vorstellen könnte. Doch der Beruf hat tatsächlich auch Schattenseiten. Gerade am Anfang hat vor allem das persönliche Umfeld sehr damit zu kämpfen. Immerhin ist man viel unterwegs, man verpasst Geburtstage von seinen Liebsten, muss auch an Feiertagen wie Ostern, Weihnachten oder Silvester fliegen, ist quasi ständig gejetlagged und gar nicht zu sprechen von den vielen Nachtflügen bei denen der Körper immer wieder an seine Grenzen geht. Trotzdem würde ich jedem der mich fragt sagen: Ja! Ja, werde Flugbegleiter/in! Es ist zwar nicht so glamourös wie es scheint, aber es ist meiner Meinung nach trotzdem noch ein Traumjob. Ein Traumjob, der einem sowohl bei der Arbeit als auch im Privatleben viele Möglichkeiten bietet.

(Layover in Teheran, Iran - 2015)

 

An dieser Stelle habe ich euch noch ein paar typische Flugbegleiter-Klischees raus gesucht:

 

Nach einem Flug, egal ob eine oder 12 Stunden, gehts natürlich direkt wieder nach Hause

Auch das stimmt so nicht ganz! Das kommt ganz auf den Flug und den jeweilen Umlauf (= Zeit von der Homebase bis zur Homebase) an. Bei einem Flug von Frankfurt nach Berlin kann das durchaus sein, dass es für die Crew direkt wieder zurück geht. Bei einem Flug auf der Langstrecke, nach New York zum Beispiel, bleibt die Crew mindestens für eine Nacht und mindestens für die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit am Zielort. 

(Layover in New York City, USA - 2016)

 

Als Stewardess ist man nur dafür da Tomatensaft auszuschenken

Es ist immer noch schade, dass viele Leute nicht wissen, dass man als Flugbegleiterin an allererster Stelle für die Sicherheit der Passagiere zuständig ist. Hier geht es darum, dass im Ernstfall Leben gerettet werden, indem wir unsere Emergency Procedures im Schlaf beherrschen. Da fliegen heut zu Tage allerdings für viele Leuten so selbstverständlich ist wie Bus fahren, gerät das leider oft in Vergessenheit. Aber trotzdem nochmal kurz zum Tomatensaft: Dass an Bord viele Menschen so gerne Tomatensaft trinken, liegt im Ürbigen daran, dass die Tomate Flüssigkeiten in den menschlichen Zellen speichert. Da die Luft im Flugzeug so trocken ist, ist das ein natürlicher Reflex des Menschen

(Layover in Seoul, Korea - 2016)

 

Als Flugbegleiterin sieht man doch eh immer nur den Flughafen oder das Hotelzimmer

Zum Glück nicht! Bei Lufthansa gibt es sogar eine ganze Kommission, die sich mit der Auswahl des Hotels beschäftigt. Dass ein Hotel zum Crewhotel wird, bedarf es der Erfüllung einiger Vorschriften. Hierzu gehört bei Lufthansa zum Beispiel, dass eine gewisse Freizeitbeschäftigung möglich ist. Als Flugbegleiterin bei Lufthansa hat man somit das große Glück, dass man zwar etwas fährt bis man vom Flughafen im Hotel ist, dafür aber oft mitten in der Stadt oder zumindest mit guter Anbindung an die Stadt untergebracht ist. 

(Layover in Miami, USA - 2016)

 

Man macht ständig und überall auf der Welt Urlaub und anstrengend kann der Job ja wohl bei dem vielen Urlaub auch kaum sein

Tatsächlich hat man vor Ort, je nach Destination, mal kürzer oder länger Aufenthalt. Und ja die Zeit vor Ort steht einem zur freien Verfügung und man kann sich vor Ort umschauen oder wie ich es tue, seinen Hobbys nachgehen. Allerdings fliegt man nicht nur Ziele an, an denen viele Leute Urlaub machen würden. Ich glaube zum Beispiel kaum, dass die meisten gerne mal in den Iran fliegen würden, was man als Stewardess aber muss wenn der Dienstplan es vorschreibt. Und auch im Layover gibt es bestimmte Vorschriften. Mit Urlaub ist das also auf keinen Fall zu vergleichen. Zudem wartet nach einem Layover auch noch der Rückflug auf einen, der meistens durch die deutsche Nacht geht. Heißt eine volle Nacht ohne Schlaf, aber voll mit Arbeit! Das muss man vor Ort immer im Kopf haben. Denn der Beruf ist alles andere als nicht anstrengend.

(Layover in Beijing, China - 2016)

 

Als Stewardess ist man eine wandelnde Shoppingfee, die natürlich sämtlichen Bekannten, Freunden und Tanten 3. Grades die neuen Nikes aus den USA mitbringt

Das Klischee kann ich voll und ganz unterschreiben. Ich erinnere mich noch genau als Bekannte von meinen Freunden befragt wurden, ob ich nicht bald mal in die USA fliege, um bestimmte Dinge mitzubringen. Das handhabt wahrscheinlich jeder Kollege anders. Eins ist allerdings bei allen Kollegen gleich. Als Flugbegleiter liegt die Zollfreigrenze nämlich bei 90 €. Heißt alles darüber muss verzollt werden. Wenn man das nicht tut, riskiert man damit eine Abmahnung. Ich bringe guten Freunden oder meiner Familie gerne mal was mit so lange es in der Zollfreigrenze liegt und das Layover nicht in einem reinsten Einkaufsmarathon endet.

(Layover in Los Angeles, USA - 2016)

 

 Inzwischen muss ich übrigens doch über mich selbst schmunzeln, wenn ich zurück denke, wie aufgeregt ich am Anfang vor den Flügen war. Wenn ich daran zurück denke, dass ich ernsthaft vor hatte dieses Leben das ich jetzt habe nach zwei Jahren an den Nagel zu hängen und zurück an einen Schreibtisch mit den immer gleichen Kollegen und dem immer selben Arbeitsalltag zu gehen. Momentan kann ich mir das absolut gar nicht vorstellen. Dennoch empfehle ich jedem vor der Fliegerei sich durch eine Ausbildung oder ein Studium abzusichern. Einfach um ein zweites Standbein zu haben. Ich hoffe ich konnte nun ein bisschen Licht hinter die Kulissen eines immer noch faszinierenden Traumjobs geben. 

 

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MADE BY DANI   WITH PASSION

Aloha! Ich bin Dani. Ich bin surfende Flugbegleiterin und fliegendes Surfergirl zugleich. Ich fliege mit meinem Surfboard um die Welt und wenn du magst nehme ich dich mit auf meine Reisen. Wenn du mehr über mich erfahren willst, klicke hier.

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