Valeska Schneider - A german surfer girl

June 6, 2017

Valeska Schneider, beste Surferin Deutschlands, Model, Weltenbummlerin und Studentin. Das ist das was man so im Netz findet, wenn man den Namen „Valeska Schneider“ googelt.

Valeska Schneider steht erst seit knapp 5 Jahren auf dem Surfboard. Valeska Schneider hat letztes Jahr den Titel bei den ADH (= Allgemeiner Deutscher Hochschulsport) im Shortboarden der Frauen geholt und bei den deutschen Meisterschaften den 3. Platz belegt. Meiner Meinung nach eine Wahnsinns Leistung, die zeigt was man erreichen kann wenn man an seinen Träume fest hält. Eine Leistung die vor allem zeigt was surfen in einem auslöst, so dass man es innerhalb von fünf Jahren vom blutigen Anfänger zur Medaillenträgerin schafft. Klar gehört dazu auch das nötige Training, vor allem aber braucht es für so einen steilen Aufstieg die entsprechende Leidenschaft. 

Ich durfte im Rahmen eines Interviews ein bisschen mehr über Valeska erfahren. 

 

 

Valeska, für viele Mädels da draußen bist du ein großes Vorbild! Dein Werdegang zeigt, dass man innerhalb von so kurzer Zeit wirklich große Erfolge im Surfen machen kann.

Wie und wo bist du denn zum Surfen gekommen? Was hat dich dazu bewegt einen Surfkurs zu machen? 

 

“Mein Traum war eigentlich schon immer Surfen zu lernen. Leider verschlug es meine Familie immer in Windgebiete für den Sommerurlaub und somit hab ich erst mal mit dem Windsurfen gestartet (Definitiv kaum Ähnlichkeit, wie ich erst im Nachhinein festgestellt habe). Erst als ich für mein Work and Travel Jahr 2012 nach Australien geflogen bin und ich im Flieger den Film Soul Surfer (die Geschichte über Bethany Hamillton) angschaute habe, habe ich mich dazu entschlossen endlich einen Surfkurs zu machen.  Bethany hatte mit 13 Jahren ihren linken Arm bei einem Haiangriff verloren, aber trotzdem das Surfen nicht aufgegeben und surft mittlerweile trotz fehlendem Arms an der Weltspitze mit. Das hat mich ziemlich beeindruckt”

 

 

Und wieso bist du nach dem Kurs dran geblieben? Gab es etwas an der Surferei, das dich besonders gefesselt hat?

 

“Ich war vom ersten Moment an vom Surffieber gepackt und von da an war ich jede freie Minute im Wasser. Es hat mir einfach unglaublichen Spaß gemacht und bei jeder Welle die ich erwischt hatte und bei jeder Kleinigkeit die ich neu dazugelernt habe, habe ich noch mehr Motivation bekommen, noch besser zu werden. Auch wenn die Bedingungen mal nicht so gut waren, bin ich trotzdem surfen gegangen und konnte mich somit extrem schnell verbessern.”

 

 

Für mich persönlich war der erste Surfboardkauf etwas ganz besonderes und ich habe lange vorher überlegt welches es denn genau werden soll. Erinnerst du dich noch an dein aller erstes Board? 

 

“Klar erinnere ich mich an mein allererstes eigenes Board. Einer von den Helfern in dem Surfcamp wollte das gerade in dem Moment loswerden als ich mich entschieden hatte, dass ich bereit für ein eigenes Board bin. Das war ein 7’2’’ Mini Mal Fish Tail und ich hatte unglaublichen Spaß damit weil ich dank des  Volumens super viele Wellen damit erwischen konnte, es aber trotzdem einigermaßen wendig war.”

 

 

Ich glaube jeder Surfer hatte in seiner bisherigen „Surferlaufbahn“, schon den ein oder anderen Gänsehautmoment. Mein absoluter Gänsehautmoment in meiner bisherigen Surfkarriere war als ich auf den Malediven in kristallklarem Wasser saß, auf die nächste Welle gewartet habe und dabei von einer Wasserschildkröte begrüßt wurde. Was war dein Gänsehautmoment?

 

“Ich glaube einer meiner größten Gänsehautmomente war, als ich letztes Jahr bei den ADH das Shortboard Finale gewonnen habe und im Finalheat auch noch richtig gut gesurft bin. Als ich aus dem Wasser kam, wusste ich das Ergebnis noch nicht, war aber trotzdem super glücklich. Als dann alle meine Freunde auf mich zugerannt kamen und mich den Strand hochgetragen haben, hatte ich schon eine ziemliche Gänsehaut und habe erst ganz langsam realisiert, dass sich das harte Training ausgezahlt hat und ich ein rießengroßes Ziel erreicht habe.” 

 

 

Gerade wir Mädels müssen für den Erfolg im Surfen einiges mehr tun als die Männer. Wir Frauen sind meist wesentlich schmäler gebaut und verfügen schon allein deshalb über viel weniger Armmuskulatur als die Jungs. Wie hast du dich auf deinen ersten Contest vorbereitet? Hast du neben dem Surftraining auch noch außerhalb des Wassers trainiert?

 

“Ich glaube gar nicht, dass das wirklich der Grund ist. Da wir etwas schmäler sind brauchen, wir ja auch nicht so viel Kraft um uns fortzubewegen und das Paddeln findet ja eher im Ausdauerbereich statt. Ich habe gemerkt, dass es total viel mit Technik zu tun hat und vor allem die richtige Positionierung beim Take-off besonders wichtig ist. Wenn man sich richtig positioniert muss man kaum paddeln und man erwischt die Welle direkt mit wenig Kraftaufwand. Das Timing ist hier der entscheidende Faktor.  

Vor meinem ersten Contest hatte ich mich noch allein auf das Surfen konzentriert. Das war ca. 8 Monate nachdem ich angefangen hatte zu surfen. Später habe ich dann auch mit Cardio- und Krafttraining angefangen um fit zu sein und sechs Heats am Tag surfen zu können oder um kritischere Manöver fahren zu können.”

 

 

Inzwischen studierst du in Australien. Wie lange wirst du denn noch dort bleiben? Und gibt es schon Pläne für nach deinem Studium?

 

“Mein Studium dauert noch 1,5 Jahre mit einem integrierten Praktikum. Das werde ich erst mal abschließen und mich währenddessen weiterhin auf das Surfen konzentrieren. Was danach kommt habe ich noch nicht wirklich geplant. Ich denke ich werde das erst mal auf mich zukommen lassen und danach Bilanz ziehen wo ich dann stehe und was ich dann überhaupt noch will. Das Surfen werde ich aber auf jeden Fall niemals aufgeben.”

 

 

Momentan hast du das Meer und somit die Wellen direkt vor der Haustür! Kannst du es dir überhaupt vorstellen jemals nochmal in einer deutschen Stadt, weg von den Meeren dieser Welt und fern ab von den Wellen zu wohnen und zum typisch deutschen und vor allem zu einem landlocked Surfergirl zu werden?

 

“Im Moment ist das sehr schwer vorstellbar, vor allem weil ich hier in Australien Studium, Karriere und das Surfen in meinem Leben echt easy zusammen unterbringen kann. Wie sich das in der Zukunft ändern wird kann ich noch gar nicht sagen. Vielleicht werden sich irgendwann die Prioritäten ändern oder es eröffnen sich Jobmöglichkeiten mit denen ich das Surfen immer noch recht gut verbinden kann. Auf jeden Fall bin ich immer auf der Suche nach einer optimalen Lösung.” 

 

 

Zu guter Letzt möchte ich aber natürlich noch wissen, bei welchem Contest wir dich als nächstes zu Gesicht bekommen und vor allem bestaunen dürfen?

 

“Ich habe mich dieses Jahr an meine ersten 1000QS Events gewagt und habe bereits an zwei in Australien teilgenommen. Ich werde noch an einem weiteren Contest an der Central Coast im März teilnehmen und dann wahrscheinlich noch an dem ein oder anderen Contest in Europa im August. Und dann natürlich spätestens bei der DM im September.”

 

 

Für mich persönlich hat surfen wenig mit Wettkämpfen und Profit zu tun, sondern viel mehr mit Leidenschaft und Erfüllung! Genau das ist das Besondere an Valeska. Sie surft in erster Linie aus Leidenschaft und aus purer Überzeugung. Und vor allem verliert sie trotz harter Wettkampfbedingungen nicht den Spaß daran, sondern fokussiert sich ganz auf sich selbst. 

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei Valeska für das tolle Interview bedanken und euch möchte ich mitgeben, dass man an Beispielen wie Valeska Schneider super sehen kann, dass es sich lohnt an seinen Träumen festzuhalten und es sich lohnt das zu tun woran man am meisten Spaß hat! Denn am Ende zahlt es sich dann sogar aus! 

 

Hang Loose! 

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Aloha! Ich bin Dani. Ich bin surfende Flugbegleiterin und fliegendes Surfergirl zugleich. Ich fliege mit meinem Surfboard um die Welt und wenn du magst nehme ich dich mit auf meine Reisen. Wenn du mehr über mich erfahren willst, klicke hier.

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