Der Feind in meinem Kopf names Angst…

June 30, 2018

 

Mein Tag beginnt mit dem obligatorischen Frühstück. Meistens ganz schnell ein paar Haferflocken und dazu meinen geliebten Schwarztee. Dabei checke ich den Surf Forecast - 2 bis 3 ft. Na gut ist halt Sommer denke ich mir. Per Kamera checke ich die Wellen von zwei, drei Spots die in der Nähe sind. Der am nächst gelegene: Hermosa Beach - einfach nur die Straße runter und ab ins Wasser. Manhattan Beach, ca. 2,5 km den Strand entlang zum nächsten Pier sieht eigentlich besser aus. Ok. Dann nach Manhattan Beach. Also rein in den Neo und rauf auf mein Fahrrad. 

 

Nur um sicher zu gehen, checke ich am Pier in Hermosa Beach angekommen doch nochmal schnell die Wellen hier. Und ich bin positiv überrascht. Sieht doch eigentlich gar nicht so schlecht aus. Aus Faulheit entscheide ich mich her zu bleiben. Ich muss dazu sagen, dass der Forecast hier nicht immer ganz stimmig ist. 2 bis 3 ft kann abhängig von der Tide und der Swellrichtung auch gerne mal flat sein, aber im Gegenteil auch sich bartelende, steile Setwellen von bis zu 8 ft produzieren. 

 

Also Fahrrad abschließen und dann endlich rein ins Wasser. Das Wasser war übrigens voll mit Surfern. Normalerweise ein gutes Zeichen. Denn wenn die Wellen in Hermosa Beach laufen, dann tummelt sich hier alles. Schon beim raus Paddeln kam das erste Set auf mich zu gerollt. Geschluckt habe ich, aber mir Mut zu geredet. Du schaffst das. Also habe ich auf die Setpause gewartet und bin raus gepaddelt. So und da saß ich dann, als einzige Frau im Wasser. Ich habe die Küste hoch geschaut, die Küste runter geschaut - nur Männer. Ich möchte auf keinen Fall sagen, dass Frauen schlechter surfen als Männer oder weniger mutig sind aber in dem Fall war das für mich leider ein schlechtes Zeichen. 

 

Ein Glück hatte ich mich für mein 5’8 Shortboard entschieden. Oder auch nicht. Vllt wäre etwas mit mehr Rocker doch besser gewesen. Egal. Es ist Sommer und der Sommer produziert Sommerwellen mit denen ich Spaß habe. Also los jetzt. Dann kam das nächste Set. Erstmal abwarten habe ich gedacht. Der Typ neben mir hat sich die erste Welle gekrallt und ist dann wie hinter einer Wand verschwunden. Puh, habe ich gedacht, doch ganz schön groß und steil. 

Egal, die nächste Welle ist meine. Und dann habe ich gepaddelt, rechts, links, rechts, links. Ich hatte die Welle, aber oh mein Gott wie steil war das denn. Also lieber raus hier. Danach hat mich anstelle des Glücksgefühls, das ich verspürt hätte wenn ich einfach aufgestanden wäre ein mieser Waschgang erwartet. Naja. Das war die erste Welle des Tages. Kann mal vor kommen. Die nächste ist meine. Also wieder. Paddeln. Rechts, links, rechts, links, noch ein letztes mal rechts. Mist - Close Out. Also habe ich zurück gezogen. Ich stürze mich ja nicht freiwillig in mein Verderben.

 

 

Dann war lange nichts. Also entschied ich mich, mich weiter an der Inside zu positionieren um die kleineren Wellen, die weiter an Strandnähe brechen abzugreifen. Und da war sie. Meine Welle. Also wieder: Paddeln! Und yeees ich hatte sie. Leider zu spät. Die Welle bricht auf mich, ich schaffe es nur noch in der letzten Sekunde aufzustehen. Und nach ca. 3 Sekunden Ride macht sie zu. Close Out. Toll. Und zum Höhepunkt des Tages bin ich genau in ein Algennest vom Board abgesprungen. Volltreffer. Algen überall. Wie Lianen haben sie sich um mein Board, meinen Körper, meine Leash einfach um alles gelegt. Toll. Nachdem ich mind. 4 Setwellen gefangen im Lialennest ertragen musste konnte ich mich endlich von dieser fiesen Kreatur befreien. 

 

Also los: Zurück ins Line Up. Der Wind lässt nach, die Sonne zieht auf. Und fast schon wie Magie erscheint am Horizont die Welle des Tages. Ich sitze perfekt. Ich drehe mein Board. Fange an zu paddeln, schaue nochmal zurück, puh doch ganz schön groß, egal schaffe ich. Nochmal paddeln. Ich hab sie. Puh, zu steil, lieber raus hier. Und wieder verabschiede ich mich von einer guten Welle in einer Vorwärtsrolle. Warum? Wieder an der Wasseroberfläche ärgere ich mich über mich selbst. Der Typ neben mir grölt mich an warum ich nicht aufgestanden sei. Ja wenn ich das nur wüsste. Wenn ich das abstellen könnte. Diese miese Figur die da in meinem Kopf die falschen Knöpfe zur falschen Zeit zu drücken scheint. Dieses miese Gefühl das den Namen Angst trägt. 

 

Meine Laune ist auf dem Tiefpunkt. Also verabschiede ich mich für heute aus dem Wasser mit einer schlechten Welle, einem miesen Gefühl und dem Gefühl, dass ich tatsächlich weiß, dass ich es könnte, es sogar schon geschafft habe, nur heute nicht, weil da diese miese Angst war. Die Angst vor dem Unvorhersehbaren, die Angst vor dem Unkontrollierbaren. Aber warum? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Ich konnte es heute auch nicht abstellen. Aber ich werde dagegen ankämpfen! Du miese Angst! Ich gebe nicht auf! Und morgen werde ich die Welle surfen! Ganz bestimmt!

 

Hang Loose! 

 

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Aloha! Ich bin Dani. Ich bin surfende Flugbegleiterin und fliegendes Surfergirl zugleich. Ich fliege mit meinem Surfboard um die Welt und wenn du magst nehme ich dich mit auf meine Reisen. Wenn du mehr über mich erfahren willst, klicke hier.

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