A day on stand by

October 6, 2019

An manchen Tagen gleich mein Berufsalltag förmlich einem Roulette Spiel. Warum? Wenn ich am Abend vorher den Koffer packe und nicht die leiseste Ahnung habe wo es hin geht.  Ca. drei mal im Jahr muss man als Flugbegleiterin Stand By ableisten. Aber was bedeutet dieses Stand By denn eigentlich?

 

Deshalb nehme ich dich heute mit auf einem Stand By Tag!

 

Um 4:30 Uhr klingelt der Wecker, denn ich habe heute die frühe Stand By Schicht. Diese geht von 4:30 Uhr bis 14:00 Uhr. In dieser Zeit muss ich das Telefon immer bei mir tragen, denn wenn meine Airline mich anruft muss ich innerhalb von einer Stunde am Flughafen sein! Und das natürlich perfekt hergerichtet und mit gepacktem Koffer. 

 

Ich wohne nicht weit weg vom Flughafen, daher kann ich die Stand By Schicht von zu Hause machen. Dazu muss ich zugeben, dass ich im Lauf der Jahre wesentlich entspannter wurde. Ich erinnere mich aber noch an meine ersten Stand By Schichten. Ich bin sogar vor Beginn der Schicht aufgestanden und habe mich zurecht gemacht und die Uniform angezogen. Und so saß ich dann auch mal den ganzen Tag in meiner Wohnung. 

 

Inzwischen sehe ich das Ganze etwas entspannter. Ich habe durch die paar Fliegerjahre inzwischen eine Routine mit der ich es im Notfall innerhalb einer Stunde von der Couch zum Flugzeug schaffe. Trotzdem muss ich gestehen, dass Stand By doch immer noch aufregend ist. Es kann nämlich von Miami bis nach Moskau über Berlin und New York wirklich überall hin gehen. So können mich an meiner Zieldestination +30 Grad erwarten oder eben auch frostige -5 Grad. Deshalb habe ich es mir inzwischen so angewöhnt kleine Kleiderpakete vor meinem Koffer aufzubauen. Und je nachdem was dann kommt wird einfach nur noch das passende Paket in den Koffer geworfen. 

 

An manchen Tagen wird man aber tatsächlich auch gar nicht raus gerufen und man sitzt den ganzen Tag vor dem Telefon, aber am Ende ist nichts passiert.

 

Während der Stand By Schicht sind im Übrigen alle meine Liebsten darauf gedrillt mich auf keinen Fall anzurufen! Denn sobald das Telefon an dem Tag klingelt schnellt mein Puls dann auch nach 5 Jahren von null auf hundert. 

 

So ungewiss diese Stand By Tage auch sind, können sie manchmal auch etwas Schönes bringen. So wurde ich zum Beispiel schon für einen 6-tägigen Umlauf nach Kuala Lumpur raus gerufen oder hatte durch den Flug, den ich aus dem Stand By bekommen habe im Anschluss Weihnachten frei und konnte somit zu Hause sein.

Nun aber zurück zu meinem Stand by Tag. Um 4:30 Uhr hat der Wecker geklingelt. Ich bin dann kurz aufgestanden um das Handy auf laut zu stellen. Danach habe ich mich dann aber nochmal versucht schlagen zu legen. Da ich an Stand By Tagen aber doch angespannt war lag ich erstmal bis ca. 6 Uhr wach und habe mich von Seite zu Seite gewälzt. Ich konnte dann aber tatsächlich nochmal einschlafen und bin um 9 Uhr ganz verwirrt aufgewacht in der Panik den Anruf am Ende nicht gehört zu haben. Ein kurzer Blick auf mein Telefon hat ich dann aber beruhigt. Bisher wurde ich nicht angerufen. Also habe ich erstmal gefrühstückt und es mir dann auf der Couch bequem gemacht. Immerhin musste ich immer noch damit rechnen angerufen zu werden. 

 

 

Und dann gerade als ich gar nicht mehr damit gerechnet habe klingelte um 12:05 Uhr mein Telefon. Um 13:05 Uhr ist Abflug nach Moskau. Dann hat mir die freundliche Kollegin am Telefon noch kurz mitgeteilt, dass ich heute in Moskau übernachte, morgen in Istanbul und dann 3 Tage später wieder zu Hause bin. Nachdem ich das Telefon aufgelegt hatte musste ich mich ehrlich gesagt erstmal kurz von dem Schock erholen, dass ich nun doch noch raus gerufen wurde. Aber nach dem kurzen Schockmoment war mein Gehirn auch direkt wie angeknipst. Also bin ich förmlich ins Bad gehechtet, habe mir die Haare gemacht, das Make Up aufgetragen und nebenbei nochmal kurz die Wetterverhältnisse für Moskau und Istanbul gecheckt. Dabei natürlich immer die Uhr im Blick. Denn spätestens in 30 Minuten muss ich meine Wohnung verlassen um garantieren zu können auch wirklich innerhalb von einer Stunde am Flughafen zu sein. Sobald ich die Uniform an hatte habe ich mich dann nochmal kurz meinem Koffer gewidmet und noch einen Extra Pullover für Moskau eingepackt. 

 

Danach bin ich dann förmlich zum Flughafen gerast. Kaum dort angekommen musste ich auch schon los zum Flieger. Dort wartete meine Crew auch schon sehnsüchtig auf mich. Ich musste an dem Tag übrigens für eine Kollegin einspringen, die während des Umlaufes erkrankt ist. So war meine Crew an dem Tag deshalb auch schon in Zürich und Hamburg. 

 

Hang Loose!

 

 

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Aloha! Ich bin Dani. Ich bin surfende Flugbegleiterin und fliegendes Surfergirl zugleich. Ich fliege mit meinem Surfboard um die Welt und wenn du magst nehme ich dich mit auf meine Reisen. Wenn du mehr über mich erfahren willst, klicke hier.

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