Frustration vs. Freude

March 9, 2019

Heute mal war wieder ein Tag an dem Frustration und Freude so nah beieinander lagen. 

 

„Heute musst du Wellen bekommen. Du musst gute Wellen surfen und zeigen was du kannst. Was ist wenn du keine Welle bekommst? Nein, nein, nein das wird nicht passieren. Konzentriere dich und dann los paddeln, aufstehen und surfen!“

 

Diese Gedanken ginge mir beim raus paddeln im Kopf herum. Die Welle ist auf Riff gebrochen. Den Spot bin ich davor einmal gesurft. Das heißt das war mein zweiter Tag an diesem Spot. Dazu musste ich mein anderes Board nehmen, da mein Lieblingsbrett leider ein mieses Ding abbekommen hatte und noch bei dem Shaper lag.

Ganz ehrlich! Die ersten 20 Minuten habe ich überlegt wieder zurück zum Strand zu paddeln, ohne Welle natürlich und mich den Rest des Tages beleidigt in eine Ecke zu verziehen. Es waren so viele Leute im Wasser, dass es auf den ersten Blick aussichtslos war heute überhaupt irgendwas zu surfen. Dazu waren viele gute Leute im Wasser. Jungs, die zwei Paddelschläge machen und sich perfekt in der Welle positioniert haben und sie dann endlos rauf und runter fahren. Jungs die mit einem Air aus der Welle aussteigen, aber auch Mädels, die einem schnell klar machen, die Welle ist ihre. 

 

Und da saß ich nun dazwischen. Nicht sehr motivierend für mich. Ich bin kein schlechter Surfer, definitiv kein Anfänger mehr, aber bin ich ein guter Surfer? Sollte ich hier überhaupt sitzen? Aber deshalb aufgeben? Nein das kam dann doch nicht in Frage. Also habe ich meinen Kampfgeist ausgepackt. Erstmal habe ich nach einem zweiten Peak Ausschau gehalten wo vielleicht etwas weniger Leute sitzen. Ein Glück habe ich auch einen gefunden. Zwei andere Jungs leider auch. Aber gut, unter drei Leuten ist die Chance definitiv größer als bei 30. Also durchatmen, ein und aus und los gehts. 

 

Meine Motivation, die gerade noch irgendwo anders unterwegs war, war jetzt wieder voll bei mir. Ich wollte eine Welle! Nein ich wollte fünf Wellen oder zehn Wellen oder nein! Ich wollte alle Wellen! Ich war voll bei der Sache! Meine Arme waren von meinem Sinneswandel leider etwas mehr überrascht als ich selbst. Die mussten nämlich plötzlich ganz schön hart arbeiten! 

 

Dann war es soweit! Da kam die erste potenzielle Welle! Also habe ich mich umgedreht, aufs Board gelegt und angefangen zu paddeln. Den Schulterblick nicht vergessen! Bin ich richtig positioniert? Ja ich glaube so bin ich gut in der Bahn! Also paddeln!!!!! Paddeln!!!! PADDELN!!!! Yes! Die Welle war mir. Leider doch nicht! Ein kurzer Blick nach links und da kam einer der Jungs angerast. Das gab meiner Motivation einen kurzen Knacks. Aber jetzt bloß keinen Rückzieher machen. Also habe ich mir innerlich zugeschrieen: „Die nächste Welle ist deine!“ 

 

Und da kam sie! Ich war gut positioniert, habe meine Arme angefeuert Gas zu geben und plötzlich stand ich auf dem Board! Ich habe innerlich gejubelt! Juhu, weiter schneller, juhu, und da kam mir das böse Weißwasser entgegen. Die Welle hat vor mir zu gemacht. Das war ein kurzes Vergnügen. Und dafür habe ich so hart gekämpft. Ganz schon entmutigend. 

 

In der Session habe ich Wellen angepaddelt bei denen ich auf der Stelle los heulen hätte können, weil ich sie nicht bekommen habe, Wellen die ich bekommen habe, aber gefallen bin, Wellen bei denen jemand anderes schon in der Welle war. Ich hatte Wellen, die waren klein, ich hatte Wellen bei denen ich zurück gezogen bin, weil ich dann im letzten Moment doch zu viel Respekt vor der Größe hatte. 

 

 

Doch dann war sie irgendwann da. Die eine Welle! Die Welle, die die bislang okay Session in eine gute, unvergessliche Session verwandelt hat. Eine rechte Welle. Ich surfe Goofy, stehe also mit dem linken Bein hinten. Ich bin gestartet, sah das open face vor mir, konnte schnell genug aufstehen und die Welle endlos hoch und runter fahren. Endlos! Die 10 Sekunden fühlten sich an wie 2 Stunden. Selbst auf dem Heimweg hatte ich die Welle noch im Kopf. Das Grinsen liegt mir jetzt noch im Gesicht wenn ich an die Welle zurück denke. Und genau das ist worum es beim Surfen geht! Surfen ist frustrierend. An einem Tag machst du ohne Probleme zehn Rückschritte. Und am nächsten Tag fühlst du dich als wärst du ein anderer Mensch. Denn surfen ist pures Glück! Wenn du zu dem Punkt gekommen bist an dem du das erste mal mit deinem eigenen Board in die Wellen paddelst, spätestens dann bist du zum Süchtigen geworden. Du bist süchtig nach dem Adrenalin Rausch und dem Glücksgefühl, das das Surfen uns jedes mal schenkt. 

Für mich ist surfen wie ein Spiegel des Lebens! Es gibt schlechte und es gibt gute Tage. Aber am Ende erinnerst du dich an die guten Tage und die sind es, die uns ein glückliches Leben schenken. Ich freue mich jetzt schon auf das Nächste mal wenn mit meinem Board in die Wellen paddle und egal wie gut oder schlecht die Session dann lief! Ich weiß es gibt sie, die guten Momente! 

 

Ach was ich ganz vergessen habe zu erzählen! In der Session habe ich mindestens fünf Schildkröten gesehen. Ganz heimlich und leise sind sie um mich rum aufgetaucht und genau so leise und heimlich wieder verschwunden. So als wollten sie mich kurz grüßen. Und spätestens da war ich vollkommen vom Glück erfüllt. Die Magie Teil der Natur und Teil eines der vier Elemente zu werden ist unbeschreiblich, aber ich weiß, dass du weißt wovon ich rede falls du selbst schon mal da draußen saßt. Draußen in den Wellen als klitzekleiner Teil dieses riesigen Naturschauspiels. Und wenn nicht, na dann wird es höchste Zeit!

 

Sri Lanka kann ich dir auf jeden Fall empfehlen! Schau dazu am besten mal in meinem letzten Blogpost vorbei! 

 

 

Hang Loose!

 

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MADE BY DANI   WITH PASSION

Aloha! Ich bin Dani. Ich bin surfende Flugbegleiterin und fliegendes Surfergirl zugleich. Ich fliege mit meinem Surfboard um die Welt und wenn du magst nehme ich dich mit auf meine Reisen. Wenn du mehr über mich erfahren willst, klicke hier.

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