Shorthaul Flights

November 18, 2017

Heute nehme ich dich mit auf eine frühe 3TT auf der Kurzstrecke.

 

Erstmal zur Erklärung: TT steht in dem Fall für Tages Tour. Es handelt sich dabei also um einen 3 tägigen Umlauf. Sprich ich war 3 Tage unterwegs. Der Zusatz „früh“ deshalb, weil es auch später Touren gibt. Das bedeutet, bei einer Frühaufstehertour klingelt der Wecker meistens schon vor 6 Uhr. Meistens leider sogar schon vor 5 bzw. 4 Uhr am Morgen. Der Vorteil einer Frühaufstehertour ist, dass man meistens auch schon wieder früh Feierabend hat. Bei einer Spätaufstehertour darf man wie der Name schon sagt zwar länger schlafen, dafür ist man meistens nie vor 22 oder 23 Uhr im Hotel. 

 

Nun aber los auf Tour:

 

 

Tag 1

 

Um 03:30 Uhr klingelt der Wecker. Da ich am Vorabend erst gegen 23:30 Uhr einschlafen konnte, war die Nacht dementsprechend kurz. Um 05:00 Uhr muss ich am Flughafen sein. Denn eine halbe Stunde später findet das Briefing mit meiner Crew statt.

 

Im Briefingraum angekommen muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich mich am liebsten zurück in mein warmes, gemütliches Bett gewünscht hätte. Ich bin einfach kein Frühaufsteher. Wahrscheinlich eher die Nachteule. 

 

Nach dem Briefing geht es auf den Flieger. 

Der Irrglaube besteht bei vielen leider immer noch, dass wir Flugbegleiter auch auf der Kurzstrecke nach einem Flug Feierabend haben. Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass ich persönlich die Kurzstrecke wesentlich anstrengender und arbeitsintensiver finde als jede Langstrecke.  

 

So ging es am ersten Tag von Frankfurt nach München. Dort kamen neue Gäste an Bord, die wir dann zurück nach Frankfurt geflogen haben. Als Feierabendflug ging es dann nach Stockholm. 

 

Dort war ich gegen 14 Uhr im Hotel. Im Hotel angekommen muss ich dann zu aller erst unter die Dusche und danach noch an die frische Luft. So bin ich noch ein wenig durch die Stadt getingelt um dann früh ins Bett zu gehen. Gegen 20 Uhr habe ich es dann tatsächlich geschafft mich schlafen zu legen um am nächsten Tag immerhin einigermaßen ausgeschlafen zu sein. 

 

 

Tag 2 

 

Am zweiten Tag klingelte der Wecker um 3:45 Uhr. Immerhin 15 Minuten später als am ersten Tag. Trotzdem immer noch zu früh für mich. 

Eins meiner Dinge, die ich egal wohin und egal wie lange der jeweilige Umlauf andauert immer dabei habe, ist Müsli. Ohne Frühstück verweigert mein Körper nämlich jegliche Aktivität. So mache ich mich meistens zuerst fertig, schwinge mich in die Uniform, packe meinen Koffer und dann nehme ich mir bewusst 15 - 20 Minuten um in Ruhe zu frühstücken. 

 

An Tag zwei ging es von Stockholm erstmal mit einer Maschine voller Passagiere, die mindestens genauso müde waren wie ich, zurück nach Frankfurt. 

 

Dort angekommen wird das Flugzeug abgefertigt. Das bedeutet: Die Passagiere steigen aus, das Cleaning Personal kommt an Bord und reinigt die Kabine des Flugzeugs. Kurz danach oder teilweise sogar zeitgleich kommt das Catering an Bord und bestückt das Flugzeug mit dem für dem für den nächsten Flug vorgesehen Catering. Und das sind nur die Schnittstellen, die ich in der Kabine so mitbekomme. So ein Flugzeug abzufertigen erfordert eine unglaubliche Logistik. 

 

Als das Flugzeug dann bereit war erneut in die Lüfte zu gehen, kamen auch schon wieder die Passagiere des nächsten Fluges an Bord. Dieser Flug ging nach Tel Aviv. Eine Premiere für mich. Die Flugdauer nach Tel Aviv wurde mit ca. 4 Stunden berechnet. 

 

So war ich gegen 15:15 Uhr Ortszeit in Tel Aviv. Leider geht in Tel Aviv die Sonne um diese Jahreszeit ziemlich früh unter. So war es um kurz nach 16 Uhr schon fast dunkel. Im Hotel angekommen wollte ich trotzdem nochmal an die frische Luft. Und so bin ich nach der obligatorischen Dusche nochmal los gezogen. Los gezogen um mich mit Hummus für die nächsten 3 Wochen einzudecken und immerhin einen kleinen Eindruck von der Stadt zu bekommen. 

 

Auch am 2. Tag lag ich bereits um 21 Uhr Ortszeit im Bett. Der Wecker für den nächsten Tag war auf 04:45 Uhr gestellt. Nach deutscher Zeit also schon um 03:45 Uhr.

 

 

Tag 3

 

Am dritten und letzten Tag der Tour musste ich mich wie gesagt ein letztes mal früh aus dem Bett quälen. Der letzte Tag war bei diesem Umlauf der Tag der am wenigsten arbeitsintensiv war. Denn am letzten Tag ging es einfach nur von Tel Aviv zurück nach Frankfurt. In Frankfurt wartete dann der wohl verdiente Feierabend auf mich. 

 

 

Diese Kurzstreckentour fand ich obwohl ich die Langstrecke definitiv lieber mag verhältnismäßig entspannt. Trotzdem habe ich in den drei Tagen knapp 1.200 Passagieren an Bord begrüßt und im Anschluss wieder verabschiedet und ca. 12.000 km im Flieger zurück gelegt.

 

 

Ich hoffe dir hat mein kleiner Einblick in das Fliegerleben gefallen.

 

Hang Loose!

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Aloha! Ich bin Dani. Ich bin surfende Flugbegleiterin und fliegendes Surfergirl zugleich. Ich fliege mit meinem Surfboard um die Welt und wenn du magst nehme ich dich mit auf meine Reisen. Wenn du mehr über mich erfahren willst, klicke hier.

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