The true story of being in a distance relationship

January 26, 2019

Seit fast 2 Jahren bin ich inzwischen mit meinem Freund zusammen. 

Wir haben uns im Layover kennen gelernt. Im Layover in Los Angeles.

 

Es ist inzwischen nun schon mehr als ein Jahr her, dass wir uns eine süße kleine Wohnung in Hermosa Beach zusammen eingerichtet haben und ich damit ein zweites zu Hause bekommen habe. Ein zu Hause in Kalifornien.

 

 

Jetzt aber zur knallharten Wahrheit über eine Fernbeziehung. Wenn wir nicht zusammen sind, trennen uns über 9000 Kilometer, zwischen uns liegen 11 Flugstunden und dazu leben wir 9 Zeitzonen voneinander entfernt. Wir führen eine Fernbeziehung wie sie weiter fast nicht sein könnte.

 

Ohne meinen Beruf und die Möglichkeit mir Los Angeles in meinen Dienstplan zu requesten wäre so eine Beziehung für mich definitiv nicht möglich. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass man eine Fernbeziehung nur führen kann, wenn einer der beiden in einem reiseintensiven Beruf arbeitet. Trotzdem macht es das natürlich um einiges einfacher. Inzwischen kennen wir uns, inzwischen wissen wir genau wie der Andere tickt oder eben manchmal auch nicht tickt. Am Anfang war die Beziehung auf jeden Fall ein Abenteuer. Klar war ich verliebt, aber niemals hätte ich mir vorstellen können, dass das wirklich so gut funktionieren kann. 

 

Es funktioniert wirklich gut. So viel mal vorne weg. Dafür gehen wir beide Kompromisse ein. Mal mehr, mal weniger. Ohne Kompromisse würde es auch nicht funktionieren. Uns ist es zum Beispiel beiden wichtig uns täglich zu hören. Und das funktioniert meistens auch ganz gut! Facetime sei Dank! Trotzdem ist das durch die 9 Stunden Zeitverschiebung nicht immer leicht. Mein Tag ist schon fast vorbei, da beginnt der Tag meines Freundes gerade. Ich habe natürlich den ganzen Tag Zeit gehabt alles mögliche zu erledigen und zu unternehmen und warte am Abend quasi nur darauf endlich mit ihm sprechen zu können. Sein Tag beginnt allerdings gerade erst. Inzwischen haben wir uns darauf geeinigt, dass er 15-20 Minuten vor seiner eigentlichen Aufstehzeit  aufsteht, damit wir die Möglichkeit haben uns auszutauschen, uns am Leben des anderen Teil haben zu lassen. Und erst danach beginnt sein Tag, während ich dann schon bald ins Bett gehe. Das ist natürlich ein großer Kompromiss seinerseits. Nicht jeder würde seinen Wecker 15 Minuten vorstellen, "nur" um am Morgen noch mit der Freundin telefonieren zu können. Umgekehrt gab es aber natürlich auch schon Tage an denen er nicht arbeiten musste und deshalb länger geschlafen hat. Dann kam es auch schon vor, dass wir erst um 23 Uhr meiner Zeit telefoniert haben. 

 

Und wie ist das eigentlich mit dem Jetlag?

 

Da wir beide Surfer sind und Los Angeles eindeutig näher an den Wellen liegt als Deutschland bin ich meistens die, die fliegt. Hin und her und hin und her. Im letzten Jahr unserer Beziehung bin ich tatsächlich auf 28 Hin und Rückflüge zwischen Los Angeles und Frankfurt gekommen. Natürlich sind meine dienstlichen Flüge da mit eingerechnet. Trotzdem ganz schön viel wie ich finde. Da ist der Jetlag vorprogrammiert. Ich bin im Grunde zwar ein sehr positiver und fröhlicher Mensch, aber durch Schlafmangel und Erschöpfung werde auch ich manchmal zum Monster. Nach zwei Jahren weiß mein Freund inzwischen, dass er mich dann am Besten ins Bett steckt und die Schlafzimmertür leise von Außen schließt. 8 Uhr am Abend ist für ihn nämlich meistens doch noch keine Zeit zu der er ins Bett gehen würde. 

 

Da ich meistens diejenige bin die durch den Jetlag mit Schlafproblemen zu kämpfen hat, haben wir die Absprache, dass, sobald es 4 Uhr morgens ist und ich nicht mehr schlafen kann, mein Freund mit mir aufsteht. Würde er das nicht tun, wäre mein Tag schon fast wieder rum bis er überhaupt aufgestanden ist. Und so nähern wir uns dann gemeinsam der tatsächlichen Zeit an in der wir uns gerade befinden. Mein Freund freut sich inzwischen deshalb auch schon fast mehr über jede halbe Stunde, die ich länger schlafen kann als ich. Mein Schlaf ist mir heilig und jede Minute die ich mehr davon bekommen kann ist inzwischen ein Geschenk.

 

Dazu gehört im übrigen auch, dass wenn mein Freund an meinem Ankunftstag arbeiten muss und er deshalb leider erst gegen 9 Uhr am Abend nach Hause kommt, ich aber schon seit 7 Uhr abends im Bett liege und schlafe, weil ich um die Zeit dann meistens schon um die 24 h wach war, er mich trotz Wiedersehensfreude nicht weckt, sondern inzwischen sogar Meister im Laufen auf Zehenspitzen geworden ist. Dafür freuen wir uns dann um 4 Uhr morgens um so mehr wenn wir zusammen aufwachen.

 

Zurück zu der gemeinsamen Wohnung!

 

Dadurch dass ich ich, wie du dir sicher vorstellen kannst, kaum noch in meiner eigenen Wohnung in Deutschland bin war es für uns beide damals ganz wichtig mir auch in LA ein zu Hause einzurichten. Ein zu Hause in dem wir uns natürlich beide wohl fühlen. Die Wohnung sollte aber vor allem ein Platz werden der mir sofort beim Betreten das Gefühl von Heimat vermitteln sollte. Das haben wir auf jeden Fall geschafft. Und du wirst lachen, aber auch wir haben, wie wahrscheinlich jedes andere Paar, das permanent am selben Fleck wohnt Diskussionen was die Sauberkeit oder den geöffneten Klodeckel angeht. Spass machen diese Diskussionen nicht, keine Frage, aber ehrlich gesagt sind es diese Kleinigkeiten die ein kleines bisschen mehr des ganz normalen Alltags in unserer Beziehung bringen.

 

So eine Fernbeziehung ist definitiv nichts für Beziehungsanfänger.

 

Man muss da definitiv zu den Fortgeschrittenen gehören um den Wahnsinn im Alltag einer Fernbeziehung ertragen zu können. Im Übrigen auch kulturell. Man sollte zwar denken zwischen einem Amerikaner und einer Deutschen liegen kulturell keine Welten, dennoch mussten wir uns auch da erst mal kennen lernen. So habe ich mit meiner deutschen Pünktlichkeit ganz schnell gelernt, dass wenn mein Freund um 8ish von der Arbeit kommt, es auch schon mal 9 oder auch 10 werden kann bis er dann zu Hause ist. Dagegen geniesse ich dann aber definitiv den amerikanischen Gentlemen, der mir fast jede Tür aufhält und darauf besteht mir beim Einkaufen die Taschen zu tragen. 

 

Wie unsere Zukunft mal aussehen soll wissen wir beide noch nicht. Ich fühle mich in LA sehr wohl, aber ob wir am Ende dort landen oder doch etwas näher an Deutschland, kann momentan keiner von uns sagen. Das müssen wir aber zum Glück auch noch nicht jetzt entscheiden. Und so eine Fernbeziehung bietet manchmal definitiv auch die ein oder andere Freiheit, die man ansonsten so wohl nicht hätte. Nach der Zeit in der man voneinander getrennt ist kommt dann auch immer die Wiedersehensfreude, die so eine Beziehung auch nach Jahren noch frisch hält. 

 

Oft wird einer Fernbeziehung mit so viel Distanz dazwischen nachgesagt, dass man quasi keinen Alltag miteinander hat und irgendwann der grosse Schreck kommen wird, da man eben nicht mehr im permanenten Urlaub miteinander lebt. Durch meinen Beruf und dadurch dass er auch ganz normal arbeitet obwohl ich da bin, ganz egal ob in meiner Freizeit oder nur im Layover, haben wir definitiv einen ganz normalen Alltag. Ich verbringe meine freie Zeit zwischen den Flügen eben einfach nicht in Deutschland, sondern in Kalifornien und für ihn gibt es eben Tage an denen ich da bin wenn er von der Arbeit nach Hause kommt oder Tage an denen ich eben nicht da bin. 

 

Was kostet denn so eine Fernbeziehung?

 

Natürlich spielen die Kosten in so einer Fernbeziehung auch eine wichtige Rolle. So hat man nämlich schon grundsätzlich die Flugkosten um sich überhaupt sehen zu können. Natürlich haben wir das große Glück, dass wir durch meinen Beruf günstiger fliegen können. Trotzdem kostet so ein Flugticket natürlich immer noch Geld, das man erstmal haben muss. Dazu kommt, dass die Lebenshaltungskosten in Los Angeles wesentlich höher sind als in Deutschland. Auch das muss man sich erstmal leisten können. Ich habe inzwischen eine kleine Teilzeit, um mehr Zeit mit meinem Freund verbringen zu können. Wir haben deshalb die Absprache, dass mein Freund für alle Kosten in Los Angeles aufkommt und zudem den ein oder anderen Flug übernimmt. Aber auch das muss man sich wie gesagt erstmal leisten können. Zudem braucht es für so eine Absprache das nötige Vertrauen zwischen einander. Das haben wir inzwischen, aber gerade ich als unabhängige Frau habe mir am Anfang schwer damit getan so "große Dinge" wie ein Flugticket von meinem Freund anzunehmen. Das ist aber nun mal einfach der Preis, den man für eine Fernbeziehung zahlt. Immerhin ist man gemeinsam in der Situation. Also ist es auch wichtig die Probleme einer Fernbeziehung gemeinsam zu bewältigen.

 

 

Am Ende muss ich auch noch erwähnen, dass wir durch meinen Beruf das wirklich große Glück haben uns in wirklich sehr regelmäßigen Abständen zu sehen. Die längste Zeit ohne den Anderen waren bisher zum Glück nur knapp vier Wochen. In der Regel schaffen wir es sogar uns spätestens alle zwei Wochen für ein kurzes Layover oder sogar für ein paar mehr Tage in meiner Freizeit zu sehen. Dazu kommt, dass mein Freund in den meisten Wochen nur 3 Tage pro Woche arbeiten muss und wir die Zeit, die ich in LA bin dann auch wirklich zusammen verbringen können. Uns ist natürlich beiden klar, dass das in einem anderen Beruf nicht so möglich wäre und wir da wirklich Glück haben.

 

Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Blogpost einen kleinen Einblick hinter die Kulissen einer Fernbeziehung geben. 

 

Hang Loose! 

 

 

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MADE BY DANI   WITH PASSION

Aloha! Ich bin Dani. Ich bin surfende Flugbegleiterin und fliegendes Surfergirl zugleich. Ich fliege mit meinem Surfboard um die Welt und wenn du magst nehme ich dich mit auf meine Reisen. Wenn du mehr über mich erfahren willst, klicke hier.

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